Mind Games

Auf grenznahmem Regierungsgelände werden die übel und bizarr zugerichteten Leichen dreier Immigrantinnen aus Mexiko gefunden - die Fahnder liessen sich dabei von Skizzen eines Mediums (Hellsehers) leiten. Weil das FBI-Ermittlerteam rund um Agent Don Eppes keine klare Spur zur Auflösung der Verbrechen finden kann und weitere Morde befürchtet werden, entschliesst sich Don, den Hellseher als Berater in die Ermittlungen einzubeziehen: ein harter Schlag für Bruder Charlie, den brillanten Mathematikprofessor vom CalSci, der das FBI regelmässig mit wissenschaftlichem Know-How unterstützt. Charlie verneint jegliche Seriosität übersinnlicher, unwissenschaftlicher Methoden kategorisch und leidenschaftlich. Er versucht mit aller Kraft die Entlarvung des Mediums und die Lösung des Falles - einmal mit einfachen, ein andermal mit anspruchsvolleren Methoden aus der Wahrscheinlichkeitsrechnung.
Seine Beiträge sind letztendlich entscheidend, aber nicht allein. Zentrale Bedeutung erhält dabei die Fokker-Planck-Gleichung, eine Gleichung, die es einmal mehr ermöglicht, Probleme aus der Wahrscheinlichkeitsrechnung mit deterministischen Methoden der klassischen Analysis anzupacken.


Es kann nicht das Ziel dieser numb3rs-Veranstaltung sein, den Formalismus dieser Gleichung detailliert zu verstehen; es kann zwar auch nicht ohne Formeln gehen, aber in gleichem Mass sollen die Grundidee, Anwendungen und Visualisierungen vermittelt werden. Zu einem unerwarteten und genussvollen Highlight dieser Folge werden die Streit - und Pausengespräche zwischen Larry Fleinhardt (Physiker am CalSci) und Charlie über die Grenzen des Wahrnehmbaren und wissenschaftlich Messbaren. Hier eine von Larrys Kostproben: "Das Hubble-Weltraumteleskop musste auf die Reise geschickt werden, damit wir die protoplanetaren Scheiben im Orion-Nebel entdecken konnten. Bedeutet das, dass diese während der Tausende von Jahren nicht existierten, in denen uns die Instrumente zur Beobachtung fehlten?"